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al im Bildungsstreik
Unis besetzt? Schulen leer? Anwesenheitslisten geklaut? Und auf der Straße viele Menschen, die gemeinsam für selbst bestimmtes Leben und Lernen, für ein einheitliches Recht auf Bildung und gegen Chancenungleichheit und starre Systemstrukturen laut sind? Die Stunde hat Bildungsstreik geschlagen! Auch die alternative liste hat sich, sowohl innerhalb des AStA, als auch in anderen Gruppen am Bildungsstreik beteiligt. Was wir gemacht haben und welche Perspektiven wir für die Zukunft entwickeln, möchten wir an dieser Stelle vorstellen.
Der Bildungsstreik war ein Ausdruck der Unzufriedenheit von Schüler_innen, Studierenden und Lehrpersonal. Leider konnten viele Lehrende aufgrund ihres Beamtenstatus nicht demonstrieren gehen. Trotzdem haben sich viele Lehrende in sämtlichen Institutionen mit den Streikenden solidarisiert. Dass es bei dem bundesweiten Bildungsstreik um sämtliche Formen der Bildung geht, wurde zum Beispiel durch die vielerorts geschehene Solidarisierung mit den streikenden Erzieher_innen deutlich. Sowohl Lehrende, als auch Lernende haben genug von den ökonomischen und sozialen Zwängen innerhalb dieses Bildungssystems. Etwa 270.000 Menschen haben sich am Mittwoch in über 70 Städten an Aktionen und Demonstrationen beteiligt. Von Besetzungen über Blockaden und Performances bis hin zu Street-Art und symbolischen Banküberfällen haben sich sämtliche teilnehmenden Gruppen selbst organisiert und eigene Wege gefunden, um auf die jeweiligen Misstände aufmerksam zu machen. Mit dem Ende der Bildungsstreik-Woche ist das Thema jedoch noch lange nicht vom Tisch. Als direkte Folge wurde an der HU Berlin beschlossen bis zum Wintersemester sämtliche Anwesenheitslisten abzuschaffen, in Hamburg wurde Raketen-Moni, die Präsidentin der HHU aus der Waffentechnik, "gestürzt".
Auch in Bochum haben wir überwiegend Verständnis und aktive Unterstützung gefunden. Das zeigt einmal mehr, dass sich viele Studis zwar in ihr Schicksal fügen, jedoch alles andere als zufrieden mit ihrer Situation sind. Viele haben erst durch den Bildungsstreik realisiert, dass sie eben nicht alleine dastehen mit ihren Problemen. Leider wird uns täglich suggeriert, dass wir uns (dem Konkurrenzprinzip entsprechend) gegen "die anderen" durchsetzen müssen und bei Problemen "selber Schuld seien". Dass der Fehler eventuell nicht bei Ihnen liegt, sondern im (Bildungs-)System, wurde von vielen Studierenden das erste mal wirklich durchdacht. Und dieses kritische Denken muss sich frei entwickeln können. Das Studium muss wieder freier (zum Beispiel ohne Anwesenheitslisten), einfacher (z.B. ohne defektes VSPL) und entspannter (z.B. weniger Prüfungen und Arbeitsaufwand pro Woche) gestaltet werden. Vor allem muss jedem Menschen die Möglichkeit gegeben werden sich zu bilden, unabhängig von sozialer Schicht, Herkunft, Gender, Alter etc. und unabhängig von ökonomischen Zwängen: Bildung muss kostenlos sein. Erst auf Basis dieser Veränderungen kann eine intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Studienthemen erfolgen. An den Universitäten muss wieder Platz zum Denken sein - und nicht bloß bestehendes Wissen reproduziert werden.
Abschließend wollen wir uns noch beim RCDS für die Hilfe bei der Bewerbung des Bildungsstreiks bedanken: Wer sowohl in der Opposition vor Ort als auch auf bundesweiter Ebene ausschließlich durch konsequente Inaktivität auffällt, ist mit dem Flyer "Engagier dich - Streik nicht!" auf jeden Fall konsequent. Und vergessen wir nicht: Es gibt keine schlechte PR ;-)





