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Ergebnisse der 18. studentischen Sozialerhebung

Wie in jedem Jahr haben im vergangenen Sommersemester tausende Studierende Auskunft über ihre soziale und wirtschaftliche Lage gegeben. Die Ergebnisse sind nun seit einigen Tagen in dem Bericht zur 18. studentischen Sozialerhebung nachlesbar. Auch wenn in NRW erst seit dem laufenden Wintersemester Studiengebühren erhoben werden, sind die Folgen bereits erkennbar.

Studierneigung und Studienverzicht

Der Anteil der Abiturienten, die ein halbes Jahr nach Schulabgang ein Studium aufgenommen oder zumindest fest geplant haben, ist auf 69% zurückgefallen. Dieser Wert war zuletzt Mitte der 90er auf einem so geringen Niveau. Als Ursachen hierfür gelten unter anderem Schwierigkeiten in der Studienfinanzierung, so dass man davon ausgehen kann, dass die Einführung allgemeiner Studiengebühren einen Abwärtstrend der Studierendenzahlen eingeleitet hat.

Soziale Herkunft und Hochschulabschluss

Betrachtet man den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft der Jugendlichen und der Studierendenquote, wird schnell deutlich, wie groß der Einfluss des sozialen Status der Jugendlichen und ihrer Eltern auf ihre Bildungschancen ist: Während 38% der Studierenden aus der Herkunftsgruppe „hoch“, aus einkommensstarken und hochschulnahen Familien, stammten, kamen nur 13% aus der Herkunftsgruppe „niedrig“. Dabei zeigt sich seit einigen Jahren der Trend, dass der Studi-Anteil aus der „hohen“ Herkunftsgruppe immer weiter ansteigt, während der Anteil aus der „niedrigen“ Herkunftsgruppe weiter fällt.

Studium und Arbeit

Bereits 2006 mussten 60% der Studierenden neben ihrem Studium für ihren Lebensunterhalt arbeiten, wobei der durchschnittliche monatliche Verdienst von 325€ (2003) auf 308€ (2006) sank. Die RUB liegt im Übrigen mit einer Quote von 71% weit über dem Durchschnitt der erwerbstätigen Studierenden. Interessant ist auch, dass der Anteil der elterlichen Unterstützung an den monatlichen Gesamteinnahmen der Studierenden seit 1991 konsequent auf inzwischen 52% gestiegen ist. Hier ist absehbar, dass die zusätzliche Belastung durch Studiengebühren Kindern aus reichen Elternhäusern konsequent Vorteile verschafft, während Studis mit einkommensschwachen Eltern benachteiligt sind.

Vollzeit-Teilzeit-Studierende

Der Anteil der Studierenden, die ein Vollzeit-Studium aufnehmen können, ist in den letzten zehn Jahren dramatisch gefallen. Während sich 1991 noch 87% ungehindert ihrem Studium widmen konnten, sind es heute gerade mal noch 75%; auch dieser Trend scheint sich immer rascher fortzusetzen. Besonders im Hinblick auf diese Zahlen wird deutlich, wie katastrophal die Auswirkungen der Studiengebühren sein werden: Wer auf Teilzeit studiert, braucht länger für sein Studium und muss damit weit öfter die 500€ zahlen, als der Vollzeit-Studierende. Die finanzielle Mehrbelastung verlangt natürlich nach mehr Erwerbstätigkeit, die wiederum Studienzeit kostet. Die Spirale, die hier entsteht, dürfte für viele das Ende des Studiums bedeuten. Hinzu kommt, wer einen Bachelorstudiengang mit zwei Fächern und einem starr festgelegten Stundenplan absolviert, hat bereits jetzt Schwierigkeiten neben dem Studium tagsüber zu arbeiten.

Fazit?!

Wie an den oben genannten Zahlen abzulesen ist, verschärfen die allgemeinen Studiengebühren einen Trend der sozialen Selektion, dessen gesamtgesellschaftliche Auswirkungen für uns nicht hinnehmbar sind. Konsequenz wäre die Verfestigung von Machtverhältnissen und die noch stärkere gesellschaftliche Abschottung einer Elite, die schon jetzt über die meisten finanziellen Mittel verfügt. Um dem entgegen zu wirken muss die eltern-unabhängige Bafög-Förderung stark ausgebaut werden.

Zudem fordern wir die sofortige Rücknahme des „Hochschul-Finanzierungs-Gerechtigkeits-Gesetzes“, das den Rahmen für die Erhebung der Gebühr von 500€ pro Semester geschaffen hat!

Quelle:http://www.sozialerhebung.de/results_18/kap/Soz18_Hauptbericht_internet.pdf

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

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