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Guernica - von der Wiedergeburt eines Friedenssymbols

Vor 4 Jahren wurde das Engagement der alternativen liste für ein Wiedererstehen des Friedensmahnmals von politischen GegnerInnen - v. a. vom RCDS - noch belächelt. Heute jedoch kann sich vor der Unibibliothek jeder tagtäglich davon überzeugen, dass solidarisches Engagement für ein gemeinsames Ziel oftmals belohnt wird: Picassos Guernica ist zurück auf dem Campus!

Durch nachhaltigen Einsatz gelang es, Senat und Verwaltung der Ruhr-Uni von der Notwendigkeit einer erneuten Reproduktion des Antikriegsgemäldes zu überzeugen. Auch wenn aus urheberrechtlichen Gründen ’nur’ eine technische Reproduktion möglich war, kann man mit dem gefundenen Kompromiss zufrieden sein.

Hochschule braucht Widerstand...

Als die 1984 von der Friedensinitiative der Fachschaft Medizin am MA-Gebäude geschaffene malerische Reproduktion von Pablo Picassos Guernica im Oktober 1998 durch die Baumaßnahme eines privaten Investors sozusagen über Nacht verschwand, hatte es zunächst viel zu wenig davon gegeben: Widerstand gegen die planerische Willkür. Als die alternative liste die Verbauung der Guernica-Replik Anfang 1999 im Wahlkampf uniöffentlich machte, war Guernica jedoch wieder ein viel diskutiertes Thema auf dem Campus. Durch Druck im Senat gelang es, die Einsetzung der Kommission Gedenken an der Ruhr-Universität zu erreichen. Diese musste dann Anfang 2000 zunächst jedoch feststellen, dass der Erbauer der ’Campus-Ladenzeile’ die Kunstkopie größtenteils zerstört hatte, so dass eine ursprünglich geplante Freilegung des verbauten Gemäldes nicht mehr infrage kam.

Im Juni 2000 wurde dann der einstimmige Senatsbeschluss getroffen, Picassos monumentales Friedensgemälde an zentraler Stelle auf dem Campus originalgroß erneut zu reproduzieren (vgl. WAZ und Ruhr Nachrichten, 7.12.02, sowie bsz Nr. 581, 11.12.02). Trotz aller Kompromisse bei der Standortsuche sowie der Art der Reproduktion wurde durch das langjährige gemeinsame Engagement somit ein starkes Zeichen gesetzt, das die pazifistische Botschaft des Gemäldes nun wieder auf den Campus trägt. Dies sollte Euch Mut und Elan geben, Euch nachdrücklich für Eure Anliegen zu engagieren - denn ein langer Atem wird eben doch oft belohnt... Dies honorierte übrigens auch die Fachschaft Kunstgeschichte, die ihre Semesterparty am 16.1. unter das Motto Guernica stellte.

Offizielle Einweihung am 31. Januar

Die offizielle Einweihung der Guernica-Replik wird pünktlich zum letzten Wahltag stattfinden - am Freitag, den 31.01., ist es ab 14 h so weit. Dann wird die Kunstkopie vor der UB mit einer Metallplakette komplettiert, die nicht nur über die Geschichte des Kunstwerks informiert, sondern auch die besonderen Umstände erläutert, unter denen die beiden Reproduktionen auf dem RUB-Campus zustande kamen. Ein Verweis auf die Aktivitäten des privaten Investors, die zum Verschwinden der ersten Replik führten, wird auf der Gedenktafel jedenfalls Platz finden: Hierdurch wird verdeutlicht, dass öffentlicher Raum im Herbst 1998 ohne jeden Beschluss eines demokratisch gewählten Uni-Gremiums zu einer kommerziell genutzten Zone umfunktioniert wurde und die studentische Kunst am Bau weichen musste. Auch der zentrale Satz jener Inschrift wird nicht fehlen, die einst neben der malerischen Reproduktion des Bildes prangte: NIE WIEDER KRIEG. NIE WIEDER FASCHISMUS !

Drohender Irak-Krieg: Guernica als Treffpunkt am ’Tag X’

Nun gilt es, den pazifistischen Symbolwert des Gemäldes auf dem Campus aktiv zu nutzen. Im Falle eines Krieges gegen den Irak sollte Guernica als Treffpunkt für alle Friedensaktiven sowie als Ort für Mahnwachen dienen. Am ’Tag X’ eines eventuellen Kriegsausbruchs sollten sich dort gegen 16 h so viele KriegsgegnerInnen wie möglich einfinden, um ein deutliches Protestsignal zu setzen. Ab 18 h wäre eine Beteiligung an größeren Kundgebungen in der Innenstadt u. a. zusammen mit dem Bochumer Friedensplenum möglich. Vom folgenden Tag an sollten möglichst in der Zeit von 8 bis 18 h Mahnwachen vor der UB stattfinden.

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

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