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Geht mich nichts an?
Viele Menschen erfahren seit dem 1. Januar 2005 massive Schlechterstellungen durch die Hartz-Gesetze. Auch Studierende sind dem allgemeinen Trend des Rechts- und Sozialabbaus ausgesetzt und das nicht ?nur? durch Studiengebühren.
Nach Einschätzung des freien
zusammenschluss der studentInnenschaften
(fzs) werden Tausende
Studierende von den Veränderungen
durch die Hartz-Gesetze
betroffen sein - einige würden ihr
Studium nicht mehr fortsetzen können.
Im Folgenden gehen wir kurz
auf einzelne Punkte ein, in denen
sich für Studierende hinsichtlich
des Rechts auf Mehrbedarfsleistungen
(z.B. bei Schwangerschaft
oder Behinderung) etwas ändert.
Da eine ausführliche Erörterung
der Paragraphen aus den Sozialgesetzbüchern
2 und 12 (diese sind für
Studierende wesentlich) im Rahmen
dieser Kurzinformation nicht möglich
ist, verweisen wir unten auf
weitere Informationsquellen.
Keinen Anspruch auf Sozialhilfe
Generell haben Studierende
nach wie vor keinen gesicherten
Anspruch auf Sozialhilfe. Das
heißt: Auch Studierende, die kein
BAFöG erhalten, "im Grunde nach"
aber Anspruch hätten, können keine
Sozialhilfe bekommen. "Im Grunde
nach" bezieht sich auf Studierende,
die in der Regelstudienzeit sind und
Anspruch auf Unterstützung haben,
egal ob sie welche bekommen.
Bis Ende 2004 war es zudem
schwangeren, behinderten oder
alleinziehenden Studierenden
möglich, so genannte Mehrbedarfsleistungen
in Anspruch zu
nehmen. Dies gilt seit Jahresbeginn
nicht mehr. Dadurch fällt für viele
Studierende die einzige mögliche
Art der Existenzsicherung einfach
weg. Auch die Regelung, dass beurlaubte
Studierende, da sie keinen
Anspruch auf BAföG haben, Recht
auf Unterstützung haben, wird
durch die neuen Gesetze ersatzlos
gestrichen.
1-Euro-Jobs an Hochschulen
Neben diesen Auswirkungen bezüglich
der Leistungsansprüche,
sind an den Hochschulen auch die
Folgen der Einführung von 1-Euro-
Jobs sichtbar. So sind beispielsweise
in Thüringen bereits 40 Menschen
in dieser unwürdigen Form an Hochschulen
beschäftigt. Sie helfen beim
Ausarbeiten von Lehrveranstaltungen,
betreuen chemische Versuche
und führen Restaurierungsarbeiten
in der Landesbibliothek Jena durch - verrichten also ganz "normale"
Arbeit, die bislang "großzügiger"
entlohnt wurde und zudem abgesichert
war. Interessant auch das
Ausschreibungsprofi l der Uni Erfurt
(Oktober 2004) für einen 1-Euro-Job:
Gesucht wird einE SachbearbeiterIn
für 30 Stunden/Woche, der/die neben
der "Revisionsmitarbeit am
Freibestand der Universitätsbibliothek"
eine "Tagung der Staatswissenschaftlichen
Fakultät" vorbereiten soll.
Nicht zuletzt solche Entwicklungen
zeigen die Dringlichkeit einer
verstärkten solidarischen Zusammenarbeit
zwischen den betroffenen
Gruppen. So rufen der fzs und
Tacheles e.V. die Studierenden dazu
auf, sich gemeinsam mit Erwerbsloseninitiativen,
Gewerkschaftsgliederungen
und Sozialverbänden für
den Erhalt und Ausbau von sozialen
Rechten einzusetzen.
Weitere Infos
beim Tacheles e.V.
oder beim fzs.





