Link zur Startseite

Sie sind hier: alternative liste » Die Liste » StuPa-Wahlen 2006 » Flugblätter » Sprachenzentrum als Mogelpackung?

Weniger Sprachen, mehr Arbeit, weniger Geld...

Sprachenzentrum als Mogelpackung?

Man nehme die Konkursmasse abgewickelter Fächer, mische ein wenig Reformsülze bei, schmecke das Ganze mit Angstschweiß lohnabhängiger Lehrender ab und verkaufe das Resultat als innovatives Gesamtkunstwerk.

Sieben Sprachen sind es, die ab Sommersemester 2006 das Grundgerüst des neuen „Zentrums für Fremdsprachenausbildung“ (ZFA) der Ruhr-Universität bilden sollen. Mit Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch sind jedoch ausschließlich europäische Sprachen vertreten, deren Kurse an der Ruhr-Uni besonders gut frequentiert sind. Die DozentInnen stammen – im Falle von Niederländisch und Schwedisch – aus dem noch verbleibenden Sprachenangebot der inzwischen abgewickelten Studiengänge Skandinavistik und Niederlandistik sowie überwiegend aus dem Bereich der Sprachlehrforschung. Prinzipiell begrüßt die alternative liste die Einrichtung eines solchen Zentrums, um im Bereich des Spracherwerbs einen zentralen Anlaufpunkt zu schaffen, der es den Studierenden ermöglicht, sich leichter im Uni-Wirrwarr zurechtzufinden. Somit besteht die Hoffnung, dass die chaotischen Zustände bei der Anmeldung zu den Sprachkursen künftig ausbleiben. Darüber hinaus setzen wir uns aber für den Erhalt des bisherigen Sprachenangebots an der Ruhr-Uni in seiner ganzen Breite ein und fordern zumutbare Arbeitsbedingungen für die MitarbeiterInnen des Fremdsprachenzentrums.

Etwas weniger gefällig?

Was nämlich auf den ersten Blick den Anschein hat, eine durchaus nicht unattraktive neue Plattform für die Verankerung des Sprachenangebots an der Ruhr-Uni zu bieten, erweist sich bei genauerer Betrachtung als potentielle Mogelpackung. Abgesehen von der Tatsache, dass bisher nicht eine einzige außereuropäische Sprache vertreten ist, sind zur Zeit noch an der Ruhr-Uni zu belegende, weniger populäre europäische Idiome wie Portugiesisch, Griechisch, Dänisch oder Norwegisch bislang ebenfalls nicht in die Konzeption des ZFA einbezogen. Im Fokus steht also eher der europäische „Mainstream“. Allein die Ankündigung auf der Homepage des Zentrums für Fremdsprachenausbildung (www.rub.de/zfa), das Angebot werde voraussichtlich im Wintersemester 2006/2007 entsprechend erweitert, vertröstet erwartungsvolle Studierende, deren Lerninteressen sich nicht auf einige wenige europäische Hauptsprachen beschränken. Außerdem hat sich an anderen Universitäten gezeigt, dass die Zentralisierung der Fremdsprachenausbildung zur Erhebung von Kursgebühren führte. Dies ist umso wahrscheinlicher, wenn man bedenkt, dass die Finanzierung des Sprachenangebots nun von den Fakultäten in die Hände des Rektorats übergegangen ist. Das Rektorat sprach sich in der Vergangenheit weder klar gegen Studiengebühren aus, noch setzte es sich gegen zusätzliche finanzielle Belastungen der Studierenden ein.

Mehr Arbeit bitte!

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Arbeitssituation der Betroffenen drastisch verschlechtern könnte, erscheint das im Aufbau befindliche Sprachenzentrum in fragwürdigem Licht. Sollten bislang als wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigte DozentInnen künftig nur noch Lehraufträge im Umfang von maximal 8 Semesterwochenstunden bekommen, wäre in einigen Sprachen das gegenwärtige Kursangebot kaum mehr aufrechtzuerhalten. Somit könnte nur noch eine Vermittlung grundlegender Sprachkenntnisse erfolgen. Zugleich würde sich die Arbeitsbelastung der Lehrenden insgesamt sogar erhöhen, da zunehmend auch Blockveranstaltungen in den Semesterferien abgehalten werden sollen. Auf Lehrauftragsbasis Beschäftigte wären sogar real schlechter gestellt als VHS-DozentInnen – und das an einer Uni, die für sich in möglichst vielen Bereichen das umstrittene Prädikat „Center of Excellence“ für sich in Anspruch nehmen möchte...

Wählen gehen!

Wir als alternative liste wollen uns im AStA sofort mit dem Rektor und dem Leiter des ZFA treffen und gemeinsam überlegen, wie die Probleme gelöst werden können. Daher ist es wichtig, dass ihr vom 23-27 Januar eure Stimme bei den SP-Wahlen für die al abgebt. Nicht wählen heißt, die Zukunft denen zu überlassen, die schon im letzten Jahr nichts gemacht haben. Daher wählen gehen!

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

al-bochum.net | Impressum | Kontakt