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Unser AStA-Konzept 2006
Diese Woche geht es los. Jeden Tag von 9-16 Uhr könnt ihr in den Cafeten wählen und darüber entscheiden, wer im nächsten Jahr Eure Interessen im AStA vertritt. Wir, die alternative liste, wollen wieder einen aktiven AStA. Einen AStA, der sich in das soziale, kulturelle und politische Leben an der Ruhr-Uni einmischt.
Hochschulpolitik
Wir sind gegen jede Form von Studiengebühren, ob nun rot-grüne Studienkonten oder schwarz-gelbe Studienbeiträge. Wir wollen im nächsten AStA daran arbeiten, dass die Ruhr-Universität Bochum einen ähnlichen Beschluss fasst, wie bereits die Uni Münster: Bochum soll studiengebührenfrei werden! Es ist immer gut einen Plan B zu haben, vor allem, weil die Professoren die Mehrheit im Senat haben: Wir wollen umfangreiche Beratungsmöglichkeiten für alle Studierende schaffen. Wir wollen eine Befreiung von Gebühren in Bochum erreichen, die nicht nur Fachschaften, AStA und StuPa umfasst, sondern auch ehrenamtliche Tätigkeiten in studentischen Initiativen: Weder Radio c.t. noch der SKF darf ein Opfer der Studiengebühren werden. Studierende, die Proteste planen und durchführen, werden in der alternativen liste eine zuverlässige Ansprechpartnerin finden, die Aktionen gegen Studiengebühren und Sozialabbau weiterhin aktiv unterstützt. Doch Studiengebühren sind nicht alles: Die Einführung des Globalhaushalts 2006 birgt sowohl Chancen als auch Risiken. Momentan sieht es eher problematisch aus: Die autonome Mittelverwaltung wird allein in den Händen des Rektorats liegen - ohne studentische Beteiligung. Wir setzen uns dafür ein, dass Studierende bei der Vergabe von Geldern mitreden können und sollen, und nicht alles im professoralen Standesdünkel gemauschelt wird. Die Ziele sollen dabei sein: erstens die übergreifende Fachschaftsarbeit zu unterstützen, zweitens die Studierenden über den Stand der Dinge und die Planungen zu informieren und - last but not least - den neoliberalen Bildungsdiskursen etwas entgegenzusetzen. VSPL - Hinter diesem Kürzel steht die computerisierte Erfassung von Studien- und Prüfungsleistungen. Erste Feldversuche starten im nächsten Semester und ihr Studierende dürft wieder einmal Versuchskaninchen spielen. Aus unserer Sicht ist VSPL in der jetzigen Form ein Datenschutz-Desaster. Der Einbruch in den Mail-Server der Uni hat gezeigt, dass die Daten an der Uni nicht sicher sind. Mit VSPL wird eine riesige Datenbank mit personenbezogenen Daten geschaffen, die nicht ausreichend gesichert ist. VSPL ist unsicher und verstößt gegen Datenschutzrecht, daher darf dieses nicht online gehen und der Testbetrieb muss eingestellt werden. Beim Übergang vom Bachelor zum Master ist unsere Position klar: Eine Zulassungsbeschränkung der Masterphase, wie sie in einzelnen Fächern angedacht ist, kommt für uns nicht in Frage. Konsekutiv heißt für uns: Ohne NC von der Bachelor- in die Masterphase und zwar ohne wenn und aber. Bachelor-Studiengänge sind nicht überall sinnvoll. So ist in den Ingenieurswissenschaften das Diplom auch international anerkannt. Wir wollen, dass hier Diplomstudiengänge erhalten bleiben. Wir wollen auch weiterhin die Studierenden in den Unigremien, ob es nun auf Fakultätsebene oder Uni-Ebene ist, unterstützen. Unterstützung heißt für uns vor allem helfend bei Seite stehen, aber nicht zentralistisch den Studierenden vor Ort ins Handwerk pfuschen. Für uns ist es zudem wichtig, die studentischen Interessen auch auf Landes- und Bundesebene zu vertreten und dort aktiv mitzugestalten.
Service
Service ist ein wichtiger Bestandteil des AStA. Ganz besonders wichtig ist Service für Studierende, die Schwierigkeiten oder Benachteiligungen im Studium haben: ErstsemesterInnen, sozial schlechter gestellte Menschen oder MigrantInnen - aber auch Initiativen und Fachschaften wenden sich häufig an uns. Im letzen Jahr hat der jetzige AStA hier nur für Stillstand gesorgt. Der Servicebereich soll wieder auf Vorderman gebracht werden: qualitativ und quantitativ. Das wollen wir mit einer Wiederauflage von zur Zeit fehlenden Broschüren erreichen: ein AStA-Service-Infoheft, einen aktuellen Stipendienreader und ein Infoheft für Fachschaftsarbeit. Um ausländische Studierende bei der häufig komplizierten Wohnungssuche zu unterstützen, wollen wir die gemeinsam mit dem Akafö und dem Akademischen Auslandsamt eingeführte Beratungsstelle wiederbeleben. Wir wollen einen zentralen Service- und Kommunikationspunkt haben, in dem Studierende Informationen bekommen und alle wichtigen Papiere (z.B. Anträge für Bafög, Rechenzentrum, Fachschaften etc.) vorhanden sind. Das Service-Referat wird wieder die zentrale Anlaufstelle im AStA. Zum Service gehört aber auch die Kopiersituation an der Uni. Service genießt bei der alternativen liste auch 2006 hohe Priorität, packen wir es an.
Kultur an der Uni
Für uns ist klar: Die Uni ist keine kulturelle Wüste. Fachschaftsparties, das Kino im SKF, viele kleinere und größere Veranstaltungen beleben den Campus auch in den Abendstunden. Ein wichtiger Ort für studentische Kultur und politische Diskussion war und ist das KulturCafé im Studierendenhaus. Mit Konzerten, Parties, Lesungen, Kleinkunst, Video- oder Karaokeabenden stellt es eine feste Größe im Uni-Kultur-Labyrinth dar. Zur Fußball-WM wollen wir ein umfangreiches Begleiltprogramm auf die Beine stellen, alle Spiele sollen im Audimax übertragen werden. Unser ausführliches Kulturkonzept findet ihr in unserer aktuellen Zeitung.
Fachschaften
Die Fachschaften sind ein wichtiger Pfeiler der studentischen Interessenvertretung. Sie sind erste Ansprechpartnerinnen, sie beleben das soziale, kulturelle und politische Leben an der Uni. Wir wollen die Fachschaften weiter stärken: finanziell und institutionell. Wir denken, dass die Fachschaften sich selbst am besten organiseren. Daher wollen wir die FSVK stärken und den Fachschaften durch die Abschaffung des überflüssigen AStA-Fachschaftenreferat ihre Autonomie zurückgeben. Als Kontakt für Fachschaften steht in einem AStA mit AL-Beteiligung selbstverständlich der AStA-Vorstand zur Verfügung: Für uns ist Fachschaftsarbeit Chefsache. Die eingesparten Finanzmittel werden ohne Abzüge direkt an die Fachschaften umverteilt.
Ökologie
Wir wollen uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Universität ökologischer wird. Umweltskandale wie die PCB-Belastung wurden von uns bereits 2003 aufgedeckt, wir haben dazu objektive Informationen geliefert. Nachdem die Ökoreferenten der Grünen Hochschulgruppe das Thema NRW-Semesterticket trotz mehrfacher Bitten nicht bearbeitet haben, wollen wir uns wieder federführend an den Bemühungen für ein NRW-Semesterticket beteiligen und somit die Mobilität der Studierenden fördern. Zusammen mit dem Studierendenwerk AkaFö möchten wir weiterhin eine nachhaltige Entwicklung im Bereich Essen und vorantreiben.Ebenso wie beim geplanten ID-Neubau und der Campussanierung werden wir uns bei den anstehenden Sanierungsmaßnahmen für die Wohnheime dafür einsetzen dass die Umwelt nicht unter die Räder gerät. werden wir uns dafür einsetzen das auch auf die Umwelt geachtet wird. Die al wird sich weiter dafür stark machen das die Gebäude behindertengerecht eingerichtet werden.
Finanzen
Der rot-grüne AStA hat in vielen Bereichen euer Geld zum Fenster rausgeschmissen. In einem Gutachten wurde deutlich: Die Wirtschaftsbetriebe (CopyShop, Druckerei und KulturCafé) sind unter rot-grün-gelber AStA-Herrschaft abgewirtschaftet und stehen wirtschaftlich schlechter da, als es noch zu AL-Zeiten der Fall war. Wir wollen die Wirtschaftsbetriebe wieder wirtschaftlich aufpeppeln, mehr Werbung für CopyShop und Druckerei machen. Die überflüssigen RCDS-Prakitkanten-Stellen, mit denen der RCDS "gekauft" wurde, werden wir abschaffen und das Geld für soziale Zwecke, wie dem Hilfsfond, umschichten. Um in Zukunft Fehler zu vermeiden, die in der Vergangenheit gemacht worden sind, wollen wir eine Finanzordnung für die Studierendenschaft, die konkret regelt, wie euer Geld verwendet wird. Wir werden uns dafür einsetzen, dass euer Geld in die Töpfe wandert in denen es gebraucht wird: Fachschaften & Initiativen stärken, Beratungsleistungen stärken und den AStA-Service weiter ausbauen.
Kommunikation
Damit die Arbeit des AStAs in Zukunft wieder offen und transparent wird, wollen wir den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wieder kräftig ankurbeln. Die Termine mit Tagesordnungen sowie die Beschlüsse der AStA-Sitzungen werden im Internet veröffentlicht. Wir wollen wieder erreichen, dass der Bochumer AStA auch in überregionalen Medien als zuverlässiger Ansprechpartner wahrgenommen wird, um so eure Interessen zu kommunizieren. Das Internetangebot des AStA wollen wir überischtlicher gestalten, damit jeder die Informationen findet, die er braucht; die von uns eingerichteten Wohnungs- und Mitfahrbörsen werden fortgeführt und um eine neue AStA-Job-Börse ergänzt. Auch der Kontakt mit anderen gesellschaftlichen Gruppen soll vermehrt stattfinden: Von der finanziellen Krise der öffentlichen Hand sind nicht nur Hochschulen und Studierende betroffen. Daher wollen wir mit anderen Interessenvertretungen wie Gewerkschaften oder Attac in einen konstruktiven Dialog treten.
Grund- und Freiheitsrechte
Die Studien- und Lebensbedingungen für ausländische Studierende an unserer Universität werden zunehmend schwieriger. Diskriminierungen, wie die Regelungen für ausländische Studierende im Entwurf für das Studienbeitragsgesetz, sind an der Tagesordnung. Die al wird das in diesem Bereich passive DFG-Referat wieder abschaffen und das Referat für Grund- und Freiheitsrechte wieder einführen, um am Campus den Betroffenen bestmögliche Unterstützung zu bieten. Das GruF-Referat hat neben der Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit noch den Arbeitsschwerpunkt Datenschutz. Die Entwicklungen sind alarmierend: an anderen Universitäten sind bereits RFID-Chips in den Studentenausweisen eingesetzt, die eine immer stärker Überwachung zulassen. Auch die Einführung der Prüfungsverwaltungssoftware VSPL bedarf einer aktiven kritischen Begleitung. Aufgrund der enormen Kosten für solche IT-Projekte gibt es ab einem bestimmten Punkt kein Zurück mehr. Die al setzt sich mit dem GruF-Referat dafür ein, dass die Kritik geäussert wird, bevor dieser Punkt erreicht ist. Das GruF soll weiter wieder eine Anlaufstelle im AStA für Opfer von Diskriminierungen werden und sich dafür einsetzen dass rassistische und sexistische Äusserungen von unserem Campus verschwinden. Wie auch im letzten Jahr, in dem die al in der Opposition war, soll es auch im nächsten Jahr wieder einen Selbstverteidigungskurs für Frauen geben.
Initiativen und Projekte
Wir wollen im nächsten Jahr viel Geld für studentische Initiativen und Projekte bereitstellen. Wir wollen auch im nächsten Jahr verstärkt Initiativen und Projekte fördern und die Mittel aufstocken. Bei uns wird weder der Studienkreis Film (SKF) noch die rote-ruhr-uni dran glauben müssen - wenn sich Studierende in kulturellen, sozialen oder politischen Projekten engagieren, dann ist deren Förderung Aufgabe des AStA. Hierzu zählen auf jeden Fall auch die Wohnheime und das Videofestival. Wir wollen uns dafür stark machen, dass Studierende sich weiterhin in Initiativen an der Ruhr-Uni engagieren. Sollten allgemeine Studiengebühren kommen, werden wir uns besonders für eine Studiengebührenbefreiung engagierter Studis stark machen.
AStA allgemein
Der Großteil der Arbeit im AStA wird von den ReferentInnen gemacht - sie bieten Kontinuität und Verlässlichkeit. Doch durch die verschärften Studienbedingungen ist es vielen Studierenden nicht mehr möglich, ein ganzen Jahr ihr Studium zu unterbrechen für die AStA-Arbeit. Wir wollen einen AStA, der die veränderten Bedingungen berücksichtigt: Es soll nur noch einen Kern-AStA mit wenigen ReferentInnen geben, die quasi vollzeit im ASTA arbeiten. Darum sollen sich viele Projekte ansiedeln, die zumeist zeitlich oder thematisch begrenzt sind und von ProjektleiterInnen organisert werden. Damit wollen wir den AStA auch attraktiver für mehr studierende machen. Wir wollen im AStA in den Bereichen Hochschulpolitik, Service, Kultur, Ökologie, Kommunikation sowie Grund- und Freiheitsrechte Schwerpunkte setzen.





