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« Mehr als Politik »

Das Private ist politisch

Definition Politik (Duden): „die Kunst der Staatsverwaltung bzw. 1) auf die Durchsetzung bestimmter Ziele besonders im staatlichen Bereich und 2) auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens gerichtetes Handeln von Regierungen, Parlamenten, Parteien, Organisationen o.ä.“

Politik spielt sich in der gängigen Auffassung immer in Parteien ab und zielt darauf ab, Macht zu erlangen und zu erhalten. Logisch, da ohne Macht die politischen Ziele nicht erreicht werden können. Das macht in den meisten Fällen äußerst korrupt: aus Gründen des Machterhalts werden Ideale verraten, Wahlversprechen gebrochen und Grundsätze über Board geworfen. Die Folgen bekommen die politischen Parteien ironischerweise selbst zu spüren: ihnen laufen die Mitglieder davon und der Nachwuchs hat Sinnvolleres zu tun. Niemand glaubt ihnen noch, dass die Politik eigentlich ein ehrenwertes Geschäft ist.

Parteien sind zum schlafen da und zum bösen Erwachen

Machen wir uns nichts vor: Politik ist verstaubt und langweilig, auch wenn PolitikerInnen versuchen, dir etwas anderes zu erzählen. Am schlimmsten ist allerdings die Gruppe von PolitikerInnen, die zu ihrer Rechtfertigung den Altruismus bemühen. „Ja, irgendwer muss den Job ja machen.“, heißt es dann mehr oder weniger verlegen. Ob die Politiker­Innen diese Lüge selbst glauben, um auch vor sich selbst zu kaschieren, dass es darum geht, ihre eigene Eitelkeit zu befriedigen, bleibt wohl ein Geheimnis.

Verteilt die Macht, damit sie keinen mächtig macht

Wir sagen es ganz offen: wir haben keine Lust auf bloße Politik! Wir wollen mehr! Wir haben keinen Bock auf Machtpoker und Intrigen. Deshalb achten wir in unseren Strukturen darauf, dass sich Wissen und Mitsprache auf möglichst viele Schultern verteilt. Basisdemokratie ist unsere Antwort auf die Tendenz von einzelnen, Macht zu akkumulieren. Das bedeutet: in der al gibt es kein Zentralkomitee und keinen Vorstand, der bestimmt. Hier läuft alles nur mittels der Initiative der Einzelnen.

Bewegung statt nur Partei

Auch die al ist eine politische Hochschulliste. Aber, und das ist der Punkt, nicht nur: die meisten Mitglieder der al fühlen sich noch in außerparlamentarischen Bewegungen zu Hause. Ökologie-Bewegung ist für uns ebenso wenig ein Fremdwort, wie Antifaschismus. Die männliche Herrschaft ist uns ebenso ein Dorn im Auge, wie ungerechte Verteilung von gesellschaftlichen Ressourcen. Für uns ist die Universität nichts, was losgelöst vom Rest der Gesellschaft funktioniert und existiert. Gesellschaftliche Trends finden sich im hochschulpolitischen Bereich wieder: hier soll, so behaupten die PolitikerInnen immer wieder, Humankapital produziert werden. Wir wollen aber kein Humankapital sein und schon gar nicht produziert werden. Deshalb geht es uns vor allem darum, die Hochschule als einen Ort mit Freiräumen zu begreifen, die es zu verteidigen gilt, der Wissenschaft und uns zu Liebe. Dazu gehört selbstredend, dass wir wünschen den ökonomischen Druck für Studierende möglichst gering zu halten: deshalb kämpfen wir gegen Studiengebühren in jeglicher Form und fordern eine finanzielle Grundzuweisung für jedeN, die/der ein Studium, jenseits des Callcenterjobs ermöglicht. Politik ist nur in sozialen Bewegungen spannend und nur dort mehr als Politik. Denn soziale Bewegungen hinterfragen das gängige Politikverständnis ganz praktisch. Hier kann versucht werden, bestehende und verkrustete Strukturen aufzubrechen und neue Wege zu finden.

Mehr als Politik ist Kultur

Die Universität ist für uns keine graue Lernfabrik, sondern auch ein Ort der Kultur. al-Mitglieder machen die Uni in verschiedensten Kultur-Initiativen bunter. Auch wenn Literaturbanausen in der al auch ihren Platz finden, gibt es die, die sich versuchen mittels Literatur mitzuteilen. Wer irrtümlich glaubt, dass Schreiben jedeR könne, kann auch Theater machen und ist in der al in bester Gesellschaft. Sicherlich kann kein Mensch von sich behaupten, den Produkten der Kulturindustrie völlig immun gegenüber zu stehen. Wer amüsiert sich nicht gerne und lässt sich hin und wieder von einem Hollywood-Streifen berieseln? Aber Großraumpartys und Baggerdiskos auf denen die heterosexuelle Zwangsmatrix reproduziert wird, können wir nichts abgewinnen.

Mehr als Politik ist alternative Kultur im Alltag

Kultur fängt im Alltag an und betrifft den persönlichen Umgang miteinander. Hier haben wir am ehesten die Wahl, ob wir uns gegenseitig nieder machen oder versuchen uns gegenseitig unter die Arme zu greifen. Das Persönliche ist politisch und damit ist für die al Politik mehr als Politik im herkömmlichen Sinne.

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

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