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Infodienst 04
Ökologie, Datenschutz, GRuF
Mitfahrbörse und Mehrwegtassen
Die Ruhr-Uni ist bekanntlich eine Pendleruni, zu der jeden Tag unzählige Autos fahren, in denen oft nur ein oder zwei Leute sitzen. Das belastet die Umwelt und auch den Geldbeutel.
Deswegen wollen wir eine Mitfahrbörse für Studierende etablieren, die darauf abzielt die Umwelt zu schonen und den Studierenden dabei hilft Spritgeld zu sparen und nette Menschen kennenzulernen. Dabei wollen wir uns dafür einsetzen, dass Parkplätze als Mitfahr-Parkplätze markiert werden, damit sich Umweltschutz bezahlt macht und schnell ein Platz gefunden werden kann. Hat man es dann zur Uni geschafft, geht es auch direkt weiter, denn in den Cafeten stehen sie tagtäglich in langen Schlangen: die kaffeetrinkenden Studierenden. Dabei werden Unmengen an Einwegkaffeebechern verbraucht, an denen man sich ständig die Finger verbrennt und die sehr viel Müll produzieren. Wir wollen dafür sorgen, dass Mehrwegtassen eingeführt werden, die zum gleichen Pfandpreis ausgegeben, aber nach Gebrauch gespült und wiederverwertet werden können. Dazu werden wir uns beim AKAFÖ für Pfandtassenautomaten einsetzen, wie es sie an vielen anderen Unis schon gibt.
Es ist Mittag, der Magen knurrt und möchte eine Ladung Essen verarbeiten. Nun gut, auf zur Mensa. Dort gibt es jedoch noch einiges, das verbessert werden sollte: Wir möchten uns für mehr Bioprodukte in der Mensa einsetzen, die nicht nur reichhaltiger schmecken, sondern auch gesünder für alle und besser für die Umwelt sind. Ebenso wichtig ist es uns, dass es im Bistro immer ein vegetarisches Gericht gibt, denn nicht alle Studierenden schaffen es zu den Öffnungszeiten der Mensa. Und Vegetarismus ist unter uns allen weit mehr verbreitet als es scheint. Zusätzlich möchten wir uns für Inhalts- und Zutatenlisten einsetzen, sodass auch Menschen mit Lebensmittelallergien und Veganer_innen immer wissen, was sie essen können. Doch nicht nur die Inhalte unserer Mahlzeiten sind interessant, sondern auch, wie viel Aufwand betrieben wurde, damit sie auf unseren Tellern landen. Um immer im Blick zu haben, wie klimafreundlich unser Essen ist, wollen wir dafür sorgen, dass Co2 Emissionsangaben pro Mahlzeit gemacht werden. Oft wird vergessen, wie sehr Klimaschutz auch vom Nahrungskonsum abhängt.
Menschen statt Datensätze
Datenschutz ist für die al nicht erst seit diesem Wahlkampf ein Thema. Überwachungsskandale in Lebensmittelmärkten und Datenklau in diversen Netzwerken haben den Schutz vor unberechtigten Eingriffen in die Privatsphäre der_des Einzelnen im letzten Jahr in die großen Zeitungen gebracht haben. Für die alternative liste steht die informationelle Selbstbestimmung der Studierenden aber schon länger auf dem Programm. Schon die Einführung der Chipkarte und von VSPL haben wir in den Anfängen kritisch begleitet und tun dies weiterhin. Denn die elektronischen Spuren, die wir auf den Servern im Rechenzentrum hinterlaseen, von sämtliche Klausurnoten bis zur Liste ausgeliehener Bücher, ermöglichen Rückschlüsse auf unsere Persönlichkeit, ohne dass wir direkten Einfluss auf sie haben.
Das heißt nicht, dass wir uns auf eine technikfeindliche Ablehnung zurückziehen. Schließlich bedeuten die Systeme oft - zumindest in der Idee - den Abbau bürokratischer Hürden. Viel mehr muss sicher gestellt werden, dass die Daten, wenn sie denn unbedingt gespeichert werden, müssen besonders hohen Datenschutzansprüchen genügen. Sie müssen vor unerlaubter Veränderung geschützt werden. Dass verschwinden von Einträgen - wie bei VSPL schon geschehen - darf nicht vorkommen. Die Studierenden müssen wissen, was über sie gespeichert ist. Nicht länger benötigte Daten müssen gelöscht werden. Und nicht zuletzt dürfen sie nicht beliebig kombiniert und zusammengeführt werden, etwa in dem die LoginID demnächst auch zum Anmelden beim StudiVZ genutzt wird. Nicht zuletzt wollen wir verhindern, dass die Studierenden zu reinen Datensätzen degradiert werden. In einem persönlichen Gespräch lassen sich immernoch mehr Missverständnisse vermeiden und aus dem Weg räumen, als über einen noch so detaillierten Datenbankeintrag.
Für Meinungsfreiheit an der RUB
Bekannt ist das Referat für Grund- und Freiheitsrechte (GRuF) als Anlaufstelle für Opfer von Diskriminierung, sei es auf Grund ihrer Nationalität, ihres Geschlechtes oder individueller Merkmale, und für Arbeit im antirassistischen und antifaschistischen Bereich.
Weitere wichtige Schwerpunkte sind Datenschutz und Genderpolitik. Ohne das Betätigungsfeld des Referates einzuschränken, wollen wir im nächsten AStA neue Akzente setzen.Mit dem Bildungstreik im letzten Herbst haben die Proteste gegen Studiengebühren und Bologna – Reformen auch an der RUB neue Dimensionen erreicht. Dabei hat sich gezeigt: Wer seine Meinung kundtun will, darf nicht zimperlich sein und muss mit verschärfter Repression rechnen. Um den studentischen Protesten mehr Selbstsicherheit und Fundament zu geben, planen wir schon jetzt eine Reihe von Publikationen, Vorträgen und Workshops, die über rechtliche Rahmenbedingungen verschiedener Protestformen aufklären soll. Neben Rechtshilfetipps zu Demonstrationen, Besetzungen und Streiks, wird es auch aktive Hilfestellung zur Organisation politischer Arbeit im Allgemeinen geben. Es ist uns wichtig rechtlichen Konflikten durch Aufklärung präventiv entgegen zu wirken und Möglichkeiten aufzuzeigen bildungspolitische Forderungen effektiv durchzusetzen. Natürlich wird das GruF – Referat auch Anlaufstelle für Studierende sein, die im Rahmen studentischer Aktivitäten in Konflikt mit der Polizei oder dem Rektorat geraten sind. Wir stellen dann den Kontakt zu Anwälten her und vermitteln zwischen Rektorat und Studierenden.





