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AStA.2010
Wieder einmal ist es so weit: Die Wahlen zum Studierendenparlament stehen vor der Tür. Vom 18. bis zum 22. Januar 2010 könnt ihr entscheiden, wer dieses Jahr eure Interessen an der RUB vertritt. Hier wollen wir Euch einen Ausschnitt unseres Programms für das nächste Jahr vorstellen.
Offener AStA: Wir halten nichts von Stellvertreter_innenpolitik. Wir stehen hinter dir, damit du deine Probleme selbst lösen kannst. Wir helfen dir, die Dinge, die dich stören, so zu verändern, wie du sie gerne hättest! Wir wollen mit dir zusammen deine Interessen vertreten, statt nur für dich - denn was in deinem Interesse liegt, weißt du selbst am besten. Doch das bedeutet nicht, dass wir nur im AStA sitzen und auf Menschen warten, denen wir kluge Ratschläge geben können. Wir haben uns für das kommende Jahr einiges vorgenommen!
Studiengebühren: Unser Ziel bleibt ganz klar die Abschaffung! Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir auf 2 Ebenen arbeiten. Hier an der RUB werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, die Gebühren spürbar zu senken. Die Gebührenverschwendung für die Campussanierung und das Stopfen von Haushaltslöchern der Fakultäten muss aufhören. Studiengebühren dürfen nur für die echte Verbesserung der Lehre eingesetzt werden. Über 40% unserer Gebühren liegen ungenutzt auf den Konten der Uni. Eine Gebührensenkung ist die logische Konsequenz. Weiterhin machen wir uns für umfangreiche Gebührenbefreiungsmöglichkeiten stark und wenden uns gegen Einschränkungen dieser, wie z.B. zuletzt die Befreiungsreduktion der Fachschaftsräte.
Bei der Landtagswahl im Mai wollen wir uns ein Beispiel an Hessen nehmen. Durch massive studentische Proteste wurde das Thema Studiengebühren zum Wahlkampf-Hauptthema. Nach der Wahl wurde die Campusmaut sofort abgeschafft. Dank Bildungsstreik stehen die Zeichen für einen solchen Erfolg günstig – das Thema Bildung ist in der Öffentlichkeit enorm präsent. Als parteiunabhängige Liste haben wir dabei einen schlagenden Vorteil gegenüber Parteilisten wie Jusos, RCDS und GHG: Wir halten uns nicht an vorgegebene Parteilinien, wir nehmen weder auf Parteikarrieren noch auf Wahlkampf Rücksicht, deswegen können wir schonungslos ehrlich sein. Wir werden weiterhin kompromisslos den Druck auf alle Parteien erhöhen: durch kreative Aktionen, Demonstrationen und gute Öffentlichkeitsarbeit. Es ist uns egal, welche Partei letztlich gewinnt, solange sie das Richtige tut: die Gebühren abschaffen.
Bildungsstreik und mehr:
Der Bildungsstreik soll auch dieses Jahr weitergehen und noch größer werden, damit die Probleme der Studierenden insbesondere mit dem Bologna-Prozess endlich gelöst werden. Klar ist jedoch: der Bologna-Prozess ist ein europäisches Projekt und dessen Probleme müssen europaweit angegangen werden. Aus diesem Grund planen wir zusammen mit dem Protestkomitee einen europäischen Bildungskongress an der RUB. Wir erwarten mehrere hundert Studierende aus allen Staaten der EU. Ziel des Kongresses ist es, die gemeinsamen Probleme mit Bologna herauszustellen und Wege zu dessen Lösung zu finden. Eine für uns mögliche Perspektive wäre ein europaweiter Bildungsstreik im WiSe 10/11. Das ist Hochschulpolitik Marke al: Think Global, Act Local.
VSPL: Wir haben gemeinsam mit der Univerwaltung eine Arbeitsgruppe gegründet, um das unausgereifte VSPL-System zu verbessern, auch die Dozent_innen sind mit dem System unzufrieden. Gemeinsam werden wir uns für eine schnelle Lösung der Systemfehler einsetzen.
Studentische Arbeitsbedingungen: Wir stehen in Kontakt mit dem Uni-Personalrat, um für gute Arbeitsbedingungen der studentischen Hilfskräfte an unserer Uni zu sorgen und unterstützen den DGB, an der RUB eine Beratungsstelle für studentische Hilfskräfte einzurichten. Fachschaften und studentische Initiativen: Fachschaften und studentische Initiativen wurden von uns sowohl finanziell als auch mit Serviceleistungen durch den AStA umfangreicher unterstützt als jemals zuvor. Kürzungen in diesem Bereich stehen mit uns nicht zur Debatte. Eine Erhöhung der Grundzuweisung einzelner Fachschaften kommt für uns nur mit einem entsprechenden positiven Votum der FSVK in Frage. In jeder anderen Frage fühlen wir uns ebenfalls an das Votum der FSVK gebunden.
Service: Da wir uns in diesem Jahr mehr über die verschiedenen Referate verteilen wollen, werden wir zwar nicht die Quantität unserer letztjährigen Servicearbeit aufrechterhalten können (im letzten Jahr stemmten die al-Servicereferent_innen 17 der 33 Stunden pro Woche Öffnungszeit des Servicereferats), dafür werden wir aber keine Abstriche in der Qualität machen. Neben den normalen Öffnungszeiten, werden wir euch alle relevanten Infos zu den wichtigsten Themen (Studiengebühren, Stipendien, Wegweiser für die Uni) in handlichen Readern zusammenstellen und diese auf die AStA-Homepage setzen. Mit uns im AStA seit ihr mit euren Problemen an der Uni nicht allein.
Kultur: Frei nach dem Motto: „Coole Parties müssen nicht teuer sein“ wollen wir Parties mit Newcomern der Umgebung starten, die rocken. Dabei soll von Rock über Hiphop bis zu Elektro jeder Musikgeschmack vertreten sein. Zudem werden wir weiterhin studentischen Initiativen und Fachschaften behilflich sein, damit das Kulturcafé wie bisher jeden Tag eine kulturelle Veranstaltung anbietet. Als weiteres Highlight wollen wir dieses Jahr Kabarett anbieten. Neben Auftritten von lokalen Newcomern im Kulturcafé versuchen wir, bekannte Größen des politischen Kabaretts an die RUB zu holen. Natürlich wird auch die [literatur-guerilla] in der G-Reihe fortgesetzt, mit literarischen Texten, die zwischen Kurs und Kaffee zum Nachdenken anregen.
Ökologie: In Stichpunkten: Einrichtung einer Mitfahrbörse für Studis, Einsatz für Mehrwegtassen in den Cafeten, Angabe der CO2 Emissionen jedes vom AKAFÖ verkauften Essens, Nutzung von recyceltem Papier, Anbringung von Solarzellen auf den Dächern der RUB, Bioprodukte in der Mensa, mindestens ein vegetarisches Gericht im Bistro, Inhalts- und Zutatenlisten für Menschen mit Lebensmittelallergien und Veganer_innen, kritische Begleitung der Campussanierung sowie Ansprechpartner_in in Sachen Semesterticket.
Kritische Wissenschaft: Wir möchten Studierende darin unterstützen, sich mit ihrer eigenen Lebenssituation kritisch auseinander zu setzen und Freiräume zu schaffen, um wichtige Fragen jenseits des Lehrplans zu diskutieren: „Gibt es Alternativen zum ständigen Prüfungsstress des B.A./M.A.-Systems?“, „Welche Aufgabe hat Universität in der Gesellschaft?“ „Welche Auswege gibt es aus den neuen sozialen, ökologischen und ökonomischen Krisen unserer Gesellschaft?“ Dabei liefern wir keine vorgefertigten Antworten und nerven euch nicht mit ideologiegefärbten Vorträgen. Wir wollen Workshops und Lernorte schaffen, wo Studierende gleichberechtigt miteinander arbeiten können. Kritische Wissenschaft bedeutet für uns „Uni, wie sie sein sollte“.
Öffentlichkeitsarbeit: Neben der klassischen Arbeit im Öffentlichkeitsreferat wollen wir allen Studierenden eine Möglichkeit geben, Artikel zu veröffentlichen. Ergänzend zu bestehenden Strukturen wie bspw. der BSZ soll es euch ermöglicht werden, Artikel bei uns einzureichen, die wir dann in geeigneter Form öffentlich machen. Was euch beschäftigt ist uns wichtig.
Genderpolitik: Diskriminierung aufgrund des Geschlechts tritt in verschiedensten Formen auf. Eine davon ist die in der Schriftsprache leider immer noch weit verbreitete Angewohnheit, Nomen immer in der männlichen Form zu schreiben. Hinsichtlich der Problematik von geschriebenen geschlechtsmarkierten Nomen wird sich die al im nächsten AStA-Jahr insbesondere für die Verwendung der „Gender_Gap“ einsetzen - wie bei Sänger_innen. Die bisherigen Versuche, Gleichberechtigung der Geschlechter auch linguistisch auszudrücken, scheitern entweder an der Bestätigung des heteronormativen Systems Frau-Mann - wie bei der Verwendung des Binnen-I in AkademikerInnen - oder an der fehlenden Markierung des Geschlechts - wie bei Verlaufsformen, z.B. in Studierende. Der Unterstrich der Gender_Gap bietet eine orthographische Möglichkeit, auch andere anatomische oder soziale Geschlechter(-rollen) in das Nomen zu integrieren. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass der Diskurs über Geschlechter(-rollen) auch an unserer Universität aufrecht erhalten bleibt.





