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Mein Gen, dein Gen, unser Gen?
Unter Biopiraterie verstehen wir die private Aneignung von Pflanzen, Tieren und ihren Genen sowie die Absicherung ihrer Nutzung mittels geistiger Eigentumsrechte. Diese Absicherung erfolgt über Abkommen zwischen Staaten, die Richtlinien oder Gesetze erlassen, die den Biotechnik- oder Pharmaunternehmen die alleinige Nutzung natürlicher Ressourcen zusichern.
Dabei geht es um eine Inwertsetzung von eigentlich allgemein zugänglichem Wissen, wie z.B. um die Wirksamkeit von Heilpflanzen in bestimmten Kulturen. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Pharmaunternehmen XY sich die genetischen Ressourcen einer Pflanze aneignet und damit Eigentumsrechte anmeldet. Dieses „geistige Eigentumsrecht“ lässt sich nun das Unternehmen patentieren, um damit eine eigene ausschließliche Nutzung zu gewährleisten. Dadurch kann der/die InhaberIn der Patentrechte nun alle anderen (gewerblichen) Nutzungen direkt verbieten oder Lizenzgebühren dafür verlangen. Dass dabei der Anbau oder die Nutzung der Pflanze durch diejenigen, die dies seit Jahrhunderten machen, entweder direkt illegalisiert oder so teuer gemacht wird, dass es sich nicht mehr lohnt, interessiert dabei nicht.
Der neue Kolonialismus
Biopiraterie ist eine neue Form der Ausbeutung von Menschen und der Natur und wird u.a. von der Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva als „der Kolonialismus des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Die Ressourcen kommen wieder aus südlichen Ländern, die Verarbeitung und Wertschöpfung dagegen geschieht in den Ländern des Nordens. Allerdings gibt es auch hier Formen der Biopiraterie, wenn BäuerInnen, die einen Teil ihrer eigenen Ernte wieder aussäen wollen, dafür Lizenzgebühren an die Saatgut- und Zuchtunternehmen zahlen müssen. Das Saatgut ist durch geistige Eigentumsrechte geschützt und macht daher eine Selbstversorgungslandwirtschaft vor allem in ärmeren Ländern unmöglich.





