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Über Veganismus, Tierrechte und Ökologie
Es gibt Menschen, die nicht nur auf Fleisch (VegetarierInnen), sondern auch konsequent auf jedes tierische Nahrungsprodukt verzichten (VeganerInnen). VeganerInnen vermeiden neben Fleisch auch Milch, Eier und Gelatine sowie Produkte zu deren Herstellung tierische Erzeugnisse verwendet werden. Wissenswertes zu dem Thema Veganismus, Tierrecht und Ökologie haben wir hier mal zusammengestellt.
Für viele VerganerInnen, vor allem wenn sie aus einer politischen Linken kommen, wie aus der Tierrechtsszene, Anarcho-Gruppen oder der sXe-Bewegung, spielt die Überwindung von Herrschaftsverhältnissen bei der Entscheidung für eine vegane Lebensweise eine wichtige Rolle. Dabei darf nicht bei der Herrschaft von Menschen über andere Menschen aufgehört werden, sondern die Ausbeutung aller Lebewesen muss bekämpft werden. Auch Tieren wird damit ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, Leben und Freiheit zugestanden. Dies führt dann nicht nur zur Ablehnung von tierischen Nahrungsprodukten, sondern generell wird auf Tierprodukte, wie Leder, Schafswolle oder bestimmten Kosmetikartikel verzichtet.
Tierrechte und Ökologie
Neben dem herrschafftskritischen Ansatz können auch ökologische Gründe, wie z.B. mit der (Über-)Produktion von Nahrungsmitteln umgegangen wird, eine Rolle spielen. Das Verlangen nach immer billigerem Fleisch hat zu Produktionsbedingungen geführt, bei denen Tiere nur noch als (Waren-)Gegenstände und nicht mehr als Lebewesen betrachtet werden. Aktuelles Beispiel sind die Änderungen der EU-Verordnung zu Tiertransporten, die mehr technischer Natur sind und für Tiere nur geringe Auswirkungen haben. So dürfen beispielsweise Tiere nun nicht mehr mit Schlagstöcken und Fußtritten misshandelt werden. Weiterhin aber dürfen Tiere bis zu 29 Stunden bei maximal 35°C transportiert werden. „360 Millionen Tiere werden jedes Jahr quer durch Europa gefahren. [...] Die Holländer züchten, die Dänen mästen und geschlachtet wird in Italien.“ schrieb die taz am 6.1.2007 anlässlich der EU-Änderungen.
Keine Milch und kein Ei
Aber vegan heißt ja, nicht nur kein Fleisch zu essen, sondern auch andere tierische Produkte zu vermeiden. Wieso also keine Milch, schließlich stirbt die Kuh ja nicht daran, wenn sie gemolken wird? Damit eine Kuh aber Milch geben kann, muss diese jährlich ein Kalb zur Welt bringen. Dieses wird in der Regel dann verkauft, also geschlachtet. Dazu müssen Kühe, damit sie wertvoll bleiben, auch eine bestimmte Milchleistung erbringen. Erbringen sie diese nicht mehr, was durchschnittlich nach etwa 5 Jahren der Fall ist, wandern auch sie zum Schlachter. Bei Geflügel sollte bedacht werden, dass jedes zweite Huhn viel mehr ein Hahn ist, also keine Eier legen kann und damit nutzlos ist. Folglich werden die überflüssigen Küken geschreddert, um dann als Tiermehl, das zu Tiernahrung weiter verarbeitet wird, zu enden. Mittlerweile kommt es immer häufiger vor, dass Menschen auch aufgrund gesundheitlicher Gründe auf Milch- und Eiprodukte verzichten müssen. Neben Allergien ist auch eine genetisch vererbte Laktoseintoleranz ein Grund, warum mittlerweile immer mehr Menschen die Verpackungen von Chipstüten, Fertiggerichten, ja selbst von vegetarischen Burgern nach Milchbestandteilen studieren müssen.
Vegan studieren
Das es bisweilen auch sehr schwer sein kann, eine vegane Ernährung durchzuhalten, zeigt besonders die Situation an der Uni. Fast alle Gerichte in der Mensa und, bis auf unbelegte Brötchen, eigentlich alle Nahrungsmittel in den Cafeten enthalten zumindest Milchbestandteile. Das vegetarische Essen in der Mensa ist zudem nur eine fleischlose Alternative für die FleischesserInnen. Zielgruppe ist nicht die immer größer werdende Gruppe von VegetarierInnen oder VeganerInnen. Hier ist in der Regel auch Milch oder Ei enthalten. Und selbst die Nudeln sind häufig mit Ei (außer die Vollkornnudeln) und die Saucen mit Sahne. Da bleiben meist nur die Beilagen oder die wenig attraktive Salattheke übrig. Daher würden wir gerne ab dem nächsten Semester eine Alternativ-Mensa in der Freien Uni Bochum anbieten: an einem Tag der Woche ein veganes Essen. Damit wäre auch der von einigen geforderte Gastronomiebetrieb im QfW gesichert, wenn auch etwas anders.





