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Exzellenz für die Elite

Seit dem 12. Januar ist die Ruhr-Uni als eine von acht Universitäten beim bundesweiten Exzellenzwettbewerb eine Runde weiter. Das ist aber kein Grund zur Freude.

Die Exzellenzinititative wurde geschaffen, damit die Hochschulen „wettbewerbsfähiger“ werden. Theoretisch kann sich jede Hochschule mit Graduiertenprogrammen oder Exzellenzclustern auf einzelnen Forschungsgebieten bewerben, um Drittmitel vom Bund und der Wirtschaft zu bekommen. Aber zur Elite werden am Ende nur Wenige gekürt. Dahinter steht der Gedanke, dass nur Selektion die Qualität verbessert. Damit ist der Weg frei für ein Zwei-Klassen-System unter den Hochschulen. Gute Bildung wird noch mehr als bisher zum Privileg einer kleinen Elite. Der großen Mehrheit der StudentInnen wird ein qualitativ hochwertiges Studium verwehrt.

Bei den geförderten Forschungsprojekten kommt es vor allem darauf an, Profit zu erzielen. Nur so lohnt es sich für Unternehmen, in die Hochschulen zu investieren. Deshalb kommen fast alle Gewinner der Inititative aus naturwissenschaftlichen Fächern. Das hat zur Folge, dass bei den Geisteswissenschaften gekürzt wird oder Fächer ganz gestrichen werden. Die alternative liste setzt sich deshalb für den Erhalt der Fächervielfalt ein.

Forschung wird verkauft

Mit den Drittmitteln halten wirtschaftliche Interessen Einzug in den Unis. Wenn Unternehmen einer Uni Geld für die Forschung geben, können sie auch mitbestimmen, was und wie geforscht wird. So wird die Wissenschaft beeinflusst und kann sich nicht mehr frei entfalten. Vor allem kritische Wissenschaft wird so weiter aus den Vorlesungsverzeichnissen verdrängt werden, weil sie für die Wirtschaft nicht nur unnütz ist, sondern sie auch kritisiert.

Durch den Exzellenzwettbewerb wird es am Ende nur einige wenige „Leuchttürme der Wissenschaft“ geben, während an der Mehrheit der Unis gar nicht mehr geforscht wird. Die meisten Studierenden werden in Massenbetrieben studieren, die noch schlechter finanziert sind als jetzt- Die Eliteunis bleiben denen vorbehalten, die schon vorher eine gute Bildung hatten.

Lösung nicht in Sicht

Der Exzellenzwettbewerb wird das Problem der Unterfinanzierung der Hochschulen nicht lösen. Das zeigt sogar die Inititative selbst: In der ersten Runde des Wettbewerbs kamen überdurchschnittlich viele Unis aus Bayern und Baden-Württemberg weiter. Diese Bundesländer investieren ohnehin schon mehr Geld in das Bildungssystem als die meisten anderen Bundesländer. Das heißt also, dass die Bildung besser ist, wenn sie ordentlich finanziert wird. Baden-Württemberg zahlt pro Jahr und StudentIn 8.700 Euro - Nordrhein-Westfalen nur 5.800. Damit gehört NRW zu den absoluten Schlusslichtern.

Anstatt durch Bildungsabbau, Studiengebühren und Elitenbildung zu glänzen, muss die Landesregierung mehr Geld in die Bildung investieren - damit alle die gleichen Chancen auf gute Qualität haben. Deshalb setzt sich die alternative liste für freie und bessere Bildung ein, die nicht auf Kosten der Studierenden geht.

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

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