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Freie Fahrt in NRW ?
Schon lange steht die Erweiterung des Semestertickets auf dem Plan. Auch die al hat sich maßgeblich an Gesprächen beteiligt, die zu einer Einführung eines NRW-Semestertickets führen sollten. Leider sind die Verhandlungen von einigen Verkehrsbetrieben abgebrochen worden, so dass im kommenden Semester leider noch nicht gilt: "Freie Fahrt in ganz NRW!".
Seit 1991 gibt es das Semesterticket in der Form wie ihr es kennt: freie Fahrt im VRR (Verkehrsverbund Rhein Ruhr). Die Finanzierung des Tickets funktioniert über ein Solidar-Modell, das so genannte „Darmstädter Modell“.
Semesterticket, ein Solidarmodell
Alle Studierende der RUB bezahlen den Anteil für das Ticket über den Sozialbeitrag. Dieser Betrag lag im vergangenen Semester bei 79,95 Euro und wird im kommenden Semester durch eine Preisanpassung bei 84,95 Euro liegen. Da alle Studierenden diesen Betrag bezahlen, haben auch alle Studierende die Möglichkeit die öffentlichen Verkehrsmittel des VRR zu nutzen.
Vom NRW-Semesterticket profitieren viele
Die Einführung eines Semestertickets das für ganz NRW gilt, bringt viele zusätzliche Vorteile für Studierende. Studierende, die außerhalb des VRR wohnen, müssen viel Geld für teure Zusatztickets ausgeben. Für sie stellt ein NRW-Ticket eine enorme finanzielle Entlastung dar. Aber auch Studierende, die innerhalb des VRR wohnen profitieren davon, wenn sie z.B. zu ihren Eltern, Freunden und Bekannten fahren wollen. Aber nicht nur finanzielle Vorteile sprechen für ein NRW-weites Ticket. Es gäbe innerhalb NRWs keine lästigen Übergangstarife mehr und die vielen nervenaufreibenden Diskussionen mit dem Bahnpersonal blieben uns erspart. Und natürlich ist das Thema Umweltschutz auch ein Argument, wenn es darum geht mit der Bahn zu fahren.
Idee in 2003
Aus einer fluxen Idee eines damaligen AStA-Referenten der alternativen liste und des Dortmunder Kompanion entstand das erste Treffen zwischen den Verkehrsverbünden und den LandesASten im September 2003 in Bochum. Diese Idee stieß auf großes Interesse. Leider wurde zwischenzeitlich das Vorhaben durch die Einführung der Studien(konten)gebühren sowie durch Kürzungen des Ausbildungsverkehr im ÖPNV torpediert. Ersteres wurde durch die rot-grüne Landesregierung eingeführt und Zweiteres war eine Folge des Koch-Steinbrück Papiers. Nun stand gar das eigentliche Semesterticket auf der Kippe, denn einerseits war die Entwicklung der Studierendenzahlen ungewiss und die Förderung der Semestertickets wurde zusammen gestrichen. Das Horrorszenario von 95 Euro pro Semester konnten wir jedoch in den Verhandlungen vermeiden. Am Ende gab es eine Preissteigerung auf 79,95 Euro. Jedoch konnte durch geschicktes Verhandeln erreicht werden, dass nun ein Rad immer und ein Lieblingsmensch abends nach 19 Uhr und am Wochenende mitgenommen werden kann.
2006: Es bewegt sich wieder was
In Sachen NRW-Semesterticket bewegte sich ab März 2006 wieder etwas. Inzwischen lagen die Ergebnisse einer Studie vor die bei den Gesprächen aus 2003 verabredet worden war. Das NRW-Ticket soll ein einheitlicher Aufschlag auf die bestehenden Semestertickets sein. Auch hierbei gilt das Solidarmodell je Hochschule. Durch den Aufpreis könnte dann jeglicher öffentlicher Personennahverkehr in ganz NRW genutzt werden. Es folgte nun ein langes hin und her Gezeter wie hoch ein solcher Aufpreis sein soll. Nach einigen Stunden der Verhandlung über mehrere Monate näherten sich beiden Parteien langsam der 30 Euro Marke.
Ganz NRW für 5 Euro im Monat
Dass dieses Angebot wirklich günstig ist, zeigt sich, wie weit man bisher für 30 Euro fahren kann: 4,75 mal nach Köln, 1 mal nach Winterberg oder 1,5 mal nach Ahaus. Gerade das günstige Solidar-Modell ermöglicht die Bereitstellung eines Tickets. Was zukünftig 110 Euro pro Semester für ein solidarisch finanziertes NRW-Ticket kostet, würde bei einer Individualfinanzierung jedes einzelnen Studierenden nicht unter 1200 Euro pro Jahr zu erhalten sein.
Kurz vor Schluss: der VRR zieht zurück
Eigentlich waren die Verhandlungen bereits im Dezember letzten Jahres soweit, dass einer Einführung eines NRW-weiten Tickets nichts mehr im Wege stand. Große Teile der Vertragswerkes waren bereits formuliert. Es fehlte lediglich noch das endgültige Preisangebot der Verkehrsbetriebe, um das Ticket bereits zum Sommersemester 2007 einzuführen. Zustimmung kam aus allen Verkehrsbetrieben bis auf den VRR, der sich aus bisher noch ungeklärten Gründen vorerst von den Verhandlungen zurückgezogen hat. Generell zeigt sich auch der VRR positiv gegenüber einer Einführung eines NRW-Semesterticket. Im Frühjahr 2007 soll es weitergehen.
Wir bleiben dran!
Die alternative liste war von Anfang an dabei als aus einer Idee in 2003 nach und nach etwas Konkretes wurde. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzten das ein NRW-Semesterticket möglich wird, immerhin sind die Fragen ob und wie teuer bereits geklärt, bleibt nur noch das wann. Bevor ein solches Ticket allerdings eingeführt wird, streben wir eine Urabstimmung an. Denn das allerletzte Wort habt natürlich ihr. Wir sind jedoch guter Dinge und hoffen, dass wir euch im Sommersemester 2007 eine Urabstimmung anbieten können. Wenn alles gut geht, könnte es dann ab Wintersemester 07/08 heißen:
Freie Fahrt in ganz NRW !





