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Gebührenboykott
Allen Protesten und Widerständen zum Trotz: Auch in Bochum wurde die Einführung allgemeiner Studiengebühren beschlossen. So wie an den meisten anderen Hochschulen, muss bei uns ab dem Sommersemester jeder Studierende 500 Euro bezahlen. Aber stellt euch vor: Es gibt Studiengebühren und niemand zahlt.
Nach dem Senatsbeschluss zur Einführung der Studiengebühren haben viele Studis resigniert. Trotzdem sind die Proteste gegen die Gebühren noch nicht am Ende. Sie nehmen lediglich eine neue Form an, unser letztes Ass haben wir noch im Ärmel: Einen breit angelegten Boykott der Studiengebühren! In Deutschland nehmen 32 Hochschulen an dem Boykott teil, an denen insgesamt über 330 000 Studierende eingeschrieben sind. Wenn nur ein Viertel sich beteiligt, haben wir noch einmal ein deutliches Zeichen gesetzt: Bildung in Deutschland muss gebührenfrei sein! Ein erfolgreicher Boykott bedeutet das Ende der Studiengebühren.
Was geht?
Der Boykott der Studiengebühren zeigt, dass wir Entscheidungen, die über unsere Köpfe hinweg getroffen wurden, nicht akzeptieren. Auch nach dem Entschluss der Senatoren zur Einführung des Bezahlstudiums setzen wir uns weiterhin zur Wehr. Das Gute an dem Gebührenboykott: Er ist eine Protestform, bei der jedeR mitmachen kann, ohne dass es viel Mühe kostet. Man muss nicht stundenlang bei Regen durch die Straßen laufen, sondern kann durch eine einfache Maßnahme zeigen, dass man sich für ein gebührenfreies Studium einsetzt. Auch wenn ihr selbst keine finanziellen Probleme habt und die Gebühren locker bezahlen könnt, hier habt ihr die Möglichkeit, eure Solidarität mit denen zu zeigen, die nun nicht mehr studieren können.
Und in Bochum?
Die alternative Liste hat im letzten Jahr alles versucht, um die Studiengebühren in Bochum zu verhindern. Dieses Ziel wurde nicht erreicht, aber das heißt selbstverständlich noch lange nicht, dass wir aufgeben. Unmittelbar nach der Entscheidung, haben wir die Klagen gegen Studiengebühren vorbereitet und mit der Planung des Boykotts begonnen. Inzwischen hat sich der Verein „Bildungschancen e.V.“ gegründet. Gründungsmitglied dieses Vereins ist selbstverständlich auch unsere AStA-Vorsitzende Stefanie Konetzka, die sich schon seit mehreren Jahren gegen das Bezahlstudium engagiert. Neben weiteren AStA-Referenten und Protestaktiven konnten wir auch Werner Schwarz für den Verein gewinnen. Werner Schwarz ist Personalratsvorsitzender an der RUB und spricht sich, wie auch die gesamte Gewerkschaft ver.di, gegen die Gebühren aus.
Der Verein wird gemeinsam mit dem Referat für Hochschulpolitik alles rund um den Boykott organisieren. Unterstützung bekommen wir zudem von einem Anwalt, der in ganz NRW ein Auge auf den Boykott hat. Wir stehen in regelmäßigen Kontakt zu allen anderen Hochschulen im Bundesgebiet, die am Boykott teilnehmen. Auf zahlreichen Bundes- und Landesvernetzungstreffen konnten wir unsere Erfahrungen austauschen und uns gegenseitig nützliche Tipps geben.
Was kann ich tun?
Der Ablauf des Boykotts ist simpel. Ihr bekommt von der Universität einen Gebührenbescheid, der euch dazu auffordert, die 500 Euro zu überweisen. Wie viele andere Studis könnt ihr euch jedoch entscheiden, an dem Boykott teilzunehmen.
1. Du überweist die 500 Euro Studiengebühren nicht wie verlangt an die Hochschule, sondern auf ein Treuhandkonto, das der „Bildungschancen e.V.“ schon eingerichtet hat. Das Konto wird selbstverständlich juristisch überwacht und ihr habt ständig die Möglichkeit, euer Geld zurückzufordern.
2. Bis zum 10. April müssen in Bochum 20 Prozent der Bochumer Studierenden ihre Gebühren auf das Treuhandkonto überwiesen haben. Damit wäre das Quorum erreicht und wir könnten mit der Unileitung in neue Verhandlungen über die Studiengebühren treten.
Sollten wir das Quorum nicht erreichen, wird das Geld jedes einzelnen pünktlich zur Frist an die Universitätsverwaltung weitergeleitet. Es wäre dann so, als ob ihr eure Gebühren direkt an die Uni gezahlt hättet. Ihr tragt also kein Risiko, habt jedoch die Chance 500 Euro zu sparen.
Exmatrikulation
Der Boykott wird nur umgesetzt, wenn das Quorum von 20 Prozent erreicht wird. Jede Hochschule ist finanziell abhängig von den Studierenden, da die Landesmittel entsprechend der registrierten Einschreibungen verteilt werden. Es ist also nicht nur aus politischen, sondern auch rein aus finanziellen Gründen nicht möglich, 20 Prozent der Studierenden zu exmatrikulieren.
Die alternative liste spricht sich klar gegen allgemeine Studiengebühren aus und wird sich auch über das Jahr 2007 weiter für sozial gerechte Studienbedingungen einsetzen. Wir wollen keine kleine Elite an den Universitäten, sondern freie Bildung für alle. Deshalb unterstützen wir seit Jahren die Proteststrukturen in NRW und setzen uns für einen Boykott der Studiengebühren ein.





