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Infodienst 03: Gebührensenkung

Es gibt einige Leute, die der Meinung sind "Es ist okay, Studiengebühren zu bezahlen, dafür kriegen wir ja auch was.". Wenn man diese Menschen dann allerdings fragt, was sie dafür bekommen, erntet man häufig nur ein verlegenes Schulterzucken.

Da allerdings tatsächlich eine gewisse Summe der Studiengebühren ausgegeben wird, muß es auch Resultate geben. Ein paar Beispiele:

Für die Juristen wurde eine wirksame Maßnahme ergriffen: Die RUB freut sich gerade darüber, private Weiterbildungsmaßnahmen der Juristen zur Examensvorbereitung, mit etwa 700 Euro vollzufinanzieren. Während wir es natürlich begrüßen, dass das Geld der Studierenden zur Abwechslung auch mal Studis zugute kommt, hat die Sache einen Haken: "Durch Studienbeiträge finanziert, ist es für die Studierenden kostenlos.", so die Homepage. Das sit natürlich völlig falsch. Regelstudienzeit: 9 Semester -> 4500 Euro Studiengebühren (4320 seitdem wir die Senkung durchgesetzt haben.) Examensvorbereitung: 700 Euro Gesamte Ersparnis: 4320-700 = 3620 Euro Mehrkosten durch Studiengebühren Fazit: Lieber Gebühren sparen als gebührenfinanziert sparen!

Billiger ist das nicht

Auf ein ähnliches Ergebnis kommt man bei den Bücherpaketen. Es ist wesentlich sinnvoller sich für (hochgegriffen) 300 Euro neue Bücher zu kaufen als fast 500 Euro in einen Topf zu werfen, der dann mit aller Macht gegen alle Wiederstände gelehrt werden soll, damit bloß niemand demnächst auf die Idee kommt, die Gebühren senken zu wollen.

Dann wäre da noch die Verlängerung der Öffnungszeiten der UB. An anderen Unis sind lange Bibliotheksöffnungszeiten in der Tat ein Standard - allerdings nicht erst seit der Gebühreneinführung. Zudem ist der Nutzen in diesem Fall nur sehr beschränkt, befinden sich doch viele der spezielleren Bücher gar nicht in der UB sondern in den Fachbereichsbibliotheken. Und wann diese geöffnet sind, ob man dort Bücher ausleihen kann und unter welchen Umständen wisst ihr vermutlich selbst.

Als Abschluss sollte noch einmal das TUZ erwähnt werden. Dort wird, unter Verwendung von "moderner Großraumbürotechnik" (Rektor Elmar Weiler) die Möglichkeit gegeben Tutorien abzuhalten. Dies scheint der Versuch zu sein öffentlich zu demonstrieren, dass auch im Rektorat versucht wird, die vorhandenen Kapazitäten möglichst im Sinne der Studierenden zu nutzen. Das ein paar schulterhohe Stellwände keinesfalls die Akustik so zurechtstutzen, dass dort vernünftig gearbeitet werden kann ist jedem schnell klar, der schon einmal im TUZ war. Aber: sowohl die Einrichtung als auch die studentischen Hilfskräfte am Eingang, die einen nicht reinlassen wollen, wenn man sich nicht ausweist, sind gebührenfinanziert.

Gebührensenkung ist das einzig sinnvolle

Die aus unserer Sicht vernünftigste Maßnahme der RUB war jedoch die Gebührensenkung um 20 Euro, die wir im letzten Semester im Senat erreicht haben. ("Wir" bedeutet in diesem Fall die gesamte Studierendenschaft, denn auch wenn wir den Antrag geschrieben haben und Teile der Argumentation im Senat geleistet haben, war es doch an erster Stelle die Anwesenheit von über hundert Studis, die die absolute Mehrheit der Professoren dazu gezwungen hat, auf Argumente zu hören anstatt stur der Linie des Rektorats zu folgen. Nur so funktioniert demokratische Kontrolle von Gremien.)

Diese und viele weitere Maßnahmen führen allerdings nicht dazu, dass die eingenommenen Gebühren ausgegeben werden können. Daher werden verzweifelt neue Möglichkeiten gesucht, für die man Geld ausgeben kann. Beispielsweise Lehrpersonal, das aus Gebühren finanziert werden soll. Während einem also in allen Seminaren, die zu groß für die Anzahl der Teilnehmer sind, lang und breit erklärt wird, dass keine Räume zur Verfügung stünden, soll nun mehr Personal eingestellt werden, was mehr Seminare hält. Lasst eure Dozenten doch mal erklären, wo die Räume für diese Veranstaltungen herkommen sollen. Bei der beginnenden Campussanierung werden übrigens fast alle Fakultäten nochmal große Flächen verlieren.

Man sieht also, man kann an dieser Uni eine Menge verbessern. Die Raumorganisation optimieren, vorhanden Möglichkeiten nutzen und Gebühren abschaffen sind nur einige Beispiele. Wir arbeiten daran.

Gebührensenkung im April?

Überigens wird im April erneut eine Senatssitzung stattfinden (vorraussichtlich am 23.), auf der es noch einmal eine Grundsatzbesprechung der Gebührenhöhe geben wird. Deshalb hat Rektor Elmar Weiler in einem Brief alle Dekane dazu aufgefordert, möglichst das ganze zur Verfügung stehende Geld auszugeben, weil er sich sonst gezwungen sähe, in dieser Senatssitzung einer Gebührensenkung zuzustimmen. Da die Professoren leider dazu neigen einfach alle Argumente der Studis zu ignorieren, ist es wichtig, wenn an diesem Tag möglichst viele Studis im Senat anwesend wären. Wenn sie beobachtet werden, verhalten sich nämlich auch Professoren wesentlich einsichtiger. Selbstverständlich werden wir auch diesmal alle Fakten sammeln, an die wir irgendwie herankommen können, um wieder eine saubere Argumentationsgrundlage liefern zu können um die Gebühren auf dem Weg zur vollständigen Abschaffung weiter zu senken. Wenn die Fachschaftsräte auch in Zukunft nur sinnvollen Projekten zustimmen und die Studis in den Fakultätsräten aufpassen, sollte eine saftige Senkung drin sein.

Listentreffen

Die alternative liste trifft sich momentan dienstags um 18.00 Uhr im AStA-Flur, um danach in eine passende Räumlichkeit zu wechseln.

Wir freuen uns, wenn ihr vorbei kommt!

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