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Mehr als 3 Ecken
Wer kennt das nicht: Es ist Freitagabend, man will noch mit ein paar Freundinnen und/oder Freunden ein Bierchen trinken gehen, aber das Bermudadreieck platzt aus allen Nähten. Doch auch für die Bochumer Kneipenkultur gilt: Es gibt immer (mindestens) eine Alternative. Die alternative liste hat deswegen keine Kosten und Mühen gescheut und in der Bochumer Innenstadt einige Etablissements aufgetan, die einen Besuch wert sind.
Oblomov
Wir beginnen mit dem Oblomov, das nur einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt ist und den Titel „Kneipe“ tatsächlich verdient: Die rustikale Einrichtung tut zwar alles, um den Sachzwängen der Ikea-Standard-Möblierung zu entkommen; sie kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier eigentlich ein anderer Wind weht. Der Charme des „Ob“ liegt in seiner zauseligen Klientel und seinem abgeranzten Interieur. Ein netter Gastwirt, der auch mal über einen Studi-Rabatt mit sich reden lässt, passt zu dieser Atmosphäre. So kriegt man mit freundlichem Bitten den frisch gezapften halben Liter Pils für 2,80 Euro und die sättigende Küche liefert Warmes solange der Laden auf hat.
li buddah
Ebenfalls am Ring gelegen (diesmal Nordring), etwas weniger zentral aber gut zu erreichen, befindet sich das li buddah. Die KennerInne n haben es sicher schon gemerkt: Hier spricht der Fußball. Nicht nur aus dem Wirt, sondern auch aus den Boxen. Kaum ein Spiel wird nicht übertragen und am Kickertisch ist man schnell besiegt. Aber auf die Niederlage lässt man sich ein kaltes Fiege 0,5l aus der Flasche für unter 3 € schmecken und die Welt ist auch wieder in Ordnung. Noch besser wird sie sicher, wenn alle Kneipen dem Beispiel folgen und ökologische Stoffhandtücher vom „Waschbären“ in der Toilette bereitstellen. Aber auch der Rest des Lokals ist hübsch und entspannend eingerichtet. Snackempfehlung: Kartoffelecken mit hausgemachter Ajoli.
Ebstein
Ein Abstecher vom Ring führt auf der Herner Straße zu zwei besonderen Tipps. Im momentan etwa jährlich den Namen wechselnden Ebstein herrscht aktuell Retro Stil. Die Tatort-Sonntage kann man auf einem Röhrenfernseher genießen und dazu das „Tatort-Gedeck“, bestehend aus Currywurst, Pommes und Pils konsumieren. Die Küche ist darüber hinaus sehr facettenreich und bietet wöchentlich wechselnde Gaumengenüsse. Das Ganze ist nicht zum Tiefstpreis zu haben, aber bezahlbar.
Goldkante
Die Goldkante liegt nur ein Haus weiter. Auch wenn die Größe nicht außergewöhnlich ist, so doch das Programm. Die Kneipe wird von einem Verein getragen, der dort regelmäßig Kultur- und Musikveranstaltungen veranstaltet. Das „99 cent“-Theater ist genauso fester Bestandteil des Programms, wie die „4 Stunden, 4 DJs“-Aktion mit dem „Offenen Plattenteller“.
Freibeuter/Zacher
Zwei Tipps noch für diejenigen, die es doch in Richtung Bermuda3eck zieht. Sollte mal keine EM/WM oder Bundesliga anstehen, oder noch besser kein Wochenende oder Sommer sein, lässt es sich im Freibeuter eigentlich prima aushalten. Mit Astra, Rockmusik und Seefahrer-Atmosphäre gehört der Freibeuter wohl zu den besten Etablissements am KAP. In der Brüderstraße findet sich dann auch noch das gemütliche Zacher. Zu Nicht-Raucherzeiten (bis 20 Uhr) empfiehlt sich zum Kaffee ein Stück Kuchen aus der gut sortierten Auswahl, während man zu Raucherzeiten baden-württembergisches Rothaus-Pils in gefühlten 12 verschiedenen Varianten bekommen kann. Seit dem Sommer finden zudem regelmäßig Partys unter den verschiedensten Motti von Falco bis Funk statt.
Freibad
Das letzte gastronomische Schmankerl, das wir Euch vorstellen möchten, ist das vom Sachzwang der Fußballübertragung vollkommen befreite Freibad in der Clemensstraße. Nicht weit vom Schauspielhaus lässt sich hier - unter anderem in Kinosesseln - der eine oder andere Cocktail genießen. Das Angebot der Küche ist recht umfangreich, und auch nicht-VegetarierInnen sei der vegetarische Burger ans Herz gelegt. Die geräumige Location reizt zudem mit einem alten Billardtisch.





