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Wohin nur mit der Kohle?
Ein Kommentar zur Studiengebührenverwendung
Beamer in den Hörsälen, neue Rechner für die Bibliothek, einen institutseigenen Laptop: haben wir schon. Jeder Vorlesung wurde ein eigenes Tutorium zugewiesen und massenhaft VSPL-Beauftragte, denen die Wirrungen von RUBiCon genauso ein Rätsel sind wie allen anderen, wurden eingestellt. Und trotzdem liegen noch Millionen auf der hohen Kante. Das vermuten wir jedenfalls. Uns wurde bisher lediglich mitgeteilt, dass die für April angesetzte große Gebührenevaluation auf Juni verschoben werden soll – also beinahe um ein ganzes Semester. Möglicherweise sollen alle nochmal in sich gehen und sich neue, schlaue Verwendungsmöglichkeiten für die Gebühren ausdenken. Jedenfalls schiebt die Chefetage mächtig Panik: „Ich würde es für höchst bedenklich halten, wenn die Studienbeiträge im April gesenkt würden, weil wir sie nicht ausgeben konnten“, schrieb Rektor Weiler im Oktober in einem höchst besorgten Brief an die Fakultäten. Zum Glück gibt es Lösungsideen: Im selben Brief ist auch von einer hundertprozentigen Personalfinanzierung aus Studiengebühren die Rede. Wir sprechen hier nicht über Tutorien oder zusätzliche Hilfskräfte, sondern über Professuren. Wer einmal in den Professorenstand berufen wurde, bleibt dort auf Lebenszeit und hat Anrecht auf ein entsprechendes Gehalt – welches, ginge es nach Rektor Weiler, vollständig aus Gebühren finanziert werden soll. Was daran eigentlich so verkehrt ist? Erstens verstößt es, genau wie Mietfinanzierungen oder Renovierungsarbeiten, gegen unsere Gebührensatzung. Diese schreibt vor, studentische Gelder nicht langfristig zu binden. Es soll ja schließlich niemand Maßnahmen bezahlen, die erst nach Abschluss des eigenen Studiums ihre Wirkung entfalten. Zweitens käme es der endgültigen Kapitulation vor der Landesregierung gleich. Jahrelang wurden systematisch die Subventionen für das Hochschulwesen gekürzt. Dafür bekamen es die Hochschulen freigestellt, ihre Löcher von studentischer Seite stopfen zu lassen. Konkret wird damit an unserer Uni eine Satzungsänderung vorbereitet: Wenn es so weitergeht, dann haben wir ab dem Sommer eine Satzung, in der die langfristige Bindung von Gebühren nicht mehr verboten ist. Jede Fakultät kann dann in die Fußstapfen der Vorreiter treten und die Studis, also uns, für die Finanzierung von professoralen Gehältern zur Kasse bitten. Die Landesregierung hätte so keinen Grund mehr, vom Sparkurs abzuschwenken. Als nächstes wird dann höchstwahrscheinlich die Höhe der Studiengebühren – mehr als 500 Euro pro Semester sind im Moment nicht zulässig – dran glauben, denn wie könnte man sonst mit 18 Millionen pro Jahr das Personal einer ganzen Uni finanzieren? Wenn es so weitergeht wie jetzt, dann wird schon in wenigen Jahren jedes Hochschulstudium die AbsolventInnen eine fünfstellige Summe kosten.





