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Wohin nur mit der Kohle?
In sechs Stress-Semestern auf den Arbeitsmarkt, von Anwesenheitsliste zu Anwesenheitsliste, dazu jobben um die 700 € Semesterbeitrag/-gebühren ranzuschaffen, garniert mit elektronischer und realer Bürokratie. Ja, so ist das, wenn man studiert. Es muss ja gehen. Man muss ja fertig werden, niemandem auf der Tasche liegen - wer soll das denn bezahlen und niemand hat‘s halt leicht. Workload ist Workload und Burnout halt Burnout.
Viel zu oft werden wir mit solchen Argumenten abgespeist. Viele finden das auch nachvollziehbar und sinnvoll, aber muss das sein? Immer dieses „So ist das halt“ und „Das liegt nicht in unserer Hand“. Auf allen Ebenen ist eine übergeordnete Misere verantwortlich. Im nächsten Jahr wird es die unvorhergesehene Krise sein, die wieder alle Gürtel enger schnallt. Als regierte die Welt und auch die Uni ein kleines Sachzwangmonster, das von allen unbemerkt die Fäden in der Hand hält.
Wir sagen: Damit muss Schluss sein!
Man muss die Möglichkeit haben, seinen Abschluss in sechs Semestern zu machen. Klar. Man ist aber kein schlechterer Mensch, wenn man im Leben auch noch was anderes vorhat. Im Haushalt der Uni ist man dann aber leider nur noch halb soviel Wert. Es ist schön, wenn man sich übers Internet zu Kursen anmelden kann. Die meisten sind sowieso täglich online. Aber: Wenn das System nicht läuft, darf ich doch bitte noch mal beim Dozenten vorbeigehen und mich auf eine Liste setzen. Klar freuen wir uns über mehr Tutorien und neue Stühle in den Seminarräumen. Aber 700 Euro im Semester zu erarbeiten kostet eine Menge Zeit, für die man auch auf Lehrverbesserungen wie, von überflüssigen Beamern erzeugte, blaue Rechtecke an Seminarraumwänden von verzichten könnte. Wir wollen nicht gleich die Weltrevolution, aber an der Uni gibt es 30.000 Studierende - aber über die Höhe der Gebühren entscheiden die ProfessorInnen mit ihrer Mehrheit im Senat. Die jahrelange Deregulierung der Finanzmärkte hat im vergangenen Jahr gezeigt, wohin konsequenter Neoliberalismus führen kann. An den Hochschulen gibt es eine ähnliche, wenn auch noch nicht so radikale Entwicklung. Die Ausrichtung der Unis am Wettbewerb und anderen überwiegend ökonomischen Prinzipien wie Mess- und Vergleichbarkeit führt weit weg von dem Bildungsideal, das heute nur noch als hübsche, humboldsche Gründungsidee betrachtet wird und mit der Realität kaum noch etwas zu tun hat.
Wenn die Unis vom Land fast ausschließlich nach Abschlusszahlen (je schneller desto besser) „gerated“ werden, eine Exzellenzinitiative die nächste jagt und noch im Juni ein Professor eine Gebührensenkung mit dem Argument ablehnte, man wolle ja nicht in den Gebührendiscountmarkt einsteigen, sind das deutliche Zeichen für eine verfehlte Politik. Das wissen viele, aber nur die wenigsten fühlen sich verantwortlich. Immer wieder flitzt das Sachzwangmonster über die Tische des Senats: „Die Landesregierung ist schuld!“, „Das liegt nicht in unserer Verantwortung“. Dass man aber auch dort Protest anmeldt oder zumindest uni-intern dafür sorgt, dass man auch ohne Wettbewerb und Finanzdruck studieren kann, soll Ziel unserer AStA-Arbeit, aber auch der gesamten Universität sein. Wir wollen uns nicht länger mit vorgeschobenen Argumenten abspeisen lassen und für eine andere Idee der Universität eintreten.
Wählen gehen!
Vom 26. –30.1. könnt Ihr Eure Stimme für das neue Studierendenparlament abgeben. Ein Kreuz bei der alternativen liste garantiert Euch, dass im AStA wieder studentische Alternativen für die Uni aufgezeigt und realisiert werden.





